Die einfachste Erklärung
In der Kommunikationstheorie wird hauptsächlich zwi­schen verbaler, paraverbaler und nonver­baler Kommunikation unterschieden.

Die verbale Kommunikation umfasst den Wort- und Satzbau, der paraverbale Kom­munikationsteil bezieht sich auf jenen An­teil des Sprechens, der die Stimmeigen­schaften und Sprachmelodie beinhaltet.

Zur nonverbalen Kommunikation zählen Mi­mik, Gestik, Blickkontakt, Körperhaltung, Berührung, Kleidung und Olfaktorik (Wahr­ nehmung von Gerüchen). Die nonverbale Kommunikation hat an der Gesamtkommunikation den größten Anteil („Der Körper sagt mehr als 1000 Worte.“).

 

Etwas ausführlicher gefällig?
Bei Alice im Wunderland geht es tief hinab in den Kaninchenbau. Auch Kommunikation geht tief und ist dadurch höchst spannend. Wenn Sie sich genauer befassen möchten mit nichtssprachlicher Kommunikation stelle ich Ihnen hier gerne einige Grunddefinitionen vor

 

1. Grundbegriffe
Sprache ist eine auf Kognition und Kommunikation zielende Tätigkeit von uns Menschen.
Dazu dient dem Menschen primär die Lautsprache. Die Lautsprache ist aber in vielfacher Weise von anderen natürlichen Kommunikationsmöglichkeiten unterstützt:

Es gibt vor allem 3 Hauptbereiche:

  1. Sprachliche / Verbale Kommunikation: Kommunikation in einer Lautsprache, insofern sie ein Sprachsystem (zum Beispiel Deutsch) benutzt
  2. Parasprachliche / Paraverbale  Kommunikation: Kommunikation durch Laute, insofern sie kein Sprachsystem benutzt;
  3. nichtsprachliche Kommunikation: Kommunikation durch andere Medien als die Lautsprach

 

2. Paraverbale (Parasprachliche) Kommunikation
Unter der Voraussetzung, daß mit ‘sprachlicher / verbaler Kommunikation‘ lautsprachliche Kommunikation gemeint ist, ist parasprachliche Kommunikation, wörtlich genommen, eine Kommunikation, die “neben” der Lautsprache stattfindet.
Damit sind zwei Weisen des Kommunizierens gemeint:

  1. Phonetische Eigenschaften der Lautsprache, die nichts mit dem Sprachsystem zu tun haben: Modulation von Lautstärke, Tonhöhe, Sprechmelodie und Tempo außerhalb der Prosodie, aber einschließlich des Tonfalls, der eine Sprache oder einen Dialekt (einen “Akzent”) kennzeichnet
  2. Lautäußerungen, die nicht aus sprachlichen Einheiten bestehen: Räuspern, Seufzen, Grunzen, Lachen, Schluchzen und anderes Unartikulierte.

3. Nonverbale (Nichtsprachliche) Kommunikation
Unter nichtsprachliche Kommunikation fallen in erster Linie Kommunikationsarten, die das visuelle Medium nutzen, die also im Prinzip in denselben Kommunikationssituationen wie die Lautsprache auftreten. Man faßt sie unter dem Begriff ‘Körpersprache’ zusammen und gliedert sie wie folgt:

1. Mimik
2. Gestik
3. Proxemik
4. Haltung
5. Kleidung / Körperinszenierung (Schmuck, Frisur, Tattoos)

  1. Mimik
    Mimik ist das bedeutungsvolle Bewegen bzw. Verziehen des ganzen Gesichts oder von Teilen davon (Augen, Mund, Nase). Z.B. kann eine steile Stirnfalte in Kombination mit zusammengekniffenem Mund bedeuten “das kommt mir ziemlich unglaubwürdig vor”. Und Naserümpfen übermittelt in unserer Kultur eine ablehnende Einstellung, also Widerwillen oder gar Abscheu.
  2. Gestik
    Gestik ist das bedeutungsvolle Bewegen von Armen, Händen und Kopf. Z.B. kann Hochziehen der Schultern bedeuten “ich weiß es nicht”. Drehen der erhobenen, nach außen gekehrten Hand nach links und rechts bedeutet “ich bezweifle das / das scheint mir nicht sicher”. Zu den Gesten gehören auch Nicken, Winken, Zeigen u.v.a.m.

    • Unter Gestik gehört auch die von Paul Ekman geprägte Klassifizierung der Gestik. In einem späteren Blogpost werden wir diese Klassen etwas genauer anschauen. Er beschreibt vor allem 4 Klassen von Gestik:
      • Illustratoren
      • Adaptoren
      • Embleme
      • Regulatoren
  3. Proxemik
    Proxemik ist das bedeutungsvolle Gestalten des Raumes in der Kommunikationssituation und insbesondere von Nähe und Distanz zum Kommunikationspartner. Sie bemißt sich einerseits als physikalische Entfernung, andererseits aber auch durch den Winkel, den die Gesprächspartner zueinander einnehmen. Extreme Nähe geht über in Berührung, also geht visuelle in taktile Kommunikation über. Insofern fallen auch Akte wie Streicheln oder Schulterklopfen unter Proxemik.
  4. Haltung
    Die Haltung als Kommunikationsmodus umfaßt die Postur, soweit sie nicht bereits durch Gestik erfaßt ist. Sie betrifft vor allem:

    • Körper: Neigung, Orientierung, Bewegung
    • Kopf: Blickkontakt, Seitwärtsneigung
    • Beine: (beim Sitzen:) Orientierung, Übereinanderschlagen
  5. Kleidung / Körperinszenierung
    Nicht zuletzt sagt der Volksmund „Kleider machen Leute“, denn genau so ist es. Kleidung alleine kann die Wirkung einer Person stark ändern. Körperinszenierungen wie zum Beispiel Schmuck, Frisur oder Tätowierungen gehören ebenfalls in die Kategorie Kleidung, da sie diese Dinge ebenfalls tragen und auch ändern können (auch Tattoos heutzutage)