Sitzen Sie richtig?
Die richtige Position und Körperhaltung zum Anderen

Körperhaltung im rechten Winkel zum Umfeld/ Gegenüber

Wie finden gemäss Ihrer Erfahrung Vorstellungsgespräche zu zweit normalerweise statt? Und wie sitzen Sie mit einem guten Freund oder einer guten Freundin in einem Kaffee? Gibt es da Unterschiede in der Sitzposition?

Bei der Mehrheit der Befragten bestätigt sich die These, dass bei unbelasteteren, informellen Themen öfter eine andere Sitzhaltung eingenommen wird, als wenn es um formelle oder erwartet schwierigere und negativere Gespräche geht.

Das Resultat einer Erhebung zeigte, dass sich die Gesprächspartner bei formellen Treffen (z.B. ein Mitarbeitergespräch) mehrheitlich  gegenüber sitzen. Sobald eine freundschaftlichere, nähere Beziehung zwischen den Gesprächspartnern etabliert ist und es um angenehme/lockere Themen geht, tendieren Sie dazu, sich ungefähr im 90 Grand Winkel zueinander zu positionieren.

Wenn Sie ungefähr im rechten Winkel zu Ihrem Gesprächspartner sitzen oder stehen können, begünstigt dies die positive Kommunikation.

Warum? Die seitliche (ca. 90 Grad) Positionierung zueinander signalisiert die Beziehungsbotschaft „Wir haben Rapport und schauen in eine ähnliche Richtung“. Wenn man sich gegenüber sitzt, signalisiert dies eher eine GEGEN-Überstellung. So gesehen kann die andere Person früher als „GEGNER“ gesehen werden, als wenn man sich freundschaftlicher in einem Winkel zu ihr setzt.

Es macht also aus pragmatischem Blickpunkten  Sinn, eine eher freundschaftlichere Position einzunehmen, um die Kommunikation damit zu erleichtern, nicht wahr?

Vor allem bei schwierigen Themen sind wir zusätzlich froh, wenn wir nicht ohne Unterlass die andere Person anschauen müssen. Bei unangenehmen Themen spielen oft auch unangenehme Emotionen eine Rolle und wenn es uns nicht wohl ist, schauen wir automatisch in die Ferne oder betrachten Gegenstände im Raum. Dies tun wir, weil uns der Blickkontakt des anderen nicht dabei unterstützt, uns besser zu fühlen. Der ständige Blickkontakt wirkt eher als zusätzliche Belastung.

Wenn wir uns nun gegenübersitzen, dann besteht die Grunderwartung, dass  man einander auch anschaut. Sobald es jedoch unangenehm wird, hilft es, weg zu schauen. Dies kann als unhöflich interpretiert werden.

Setzen wir uns aber im rechten Winkel zueinander, dann wird es einfacher: in dieser Sitzposition müssen wir unseren Kopf zum Gesprächspartner drehen. Die Grundhaltung des Kopfes wäre nicht in Richtung  desselben. Es wird in dieser Position nicht erwartet, dass die Gesprächspartner ständig in Blickkontakt bleiben. Es entsteht sozusagen ein psychologischer Fluchtweg, falls es emotional unangenehm werden sollte. Sie können den andern anschauen, müssen es aber nicht. Es ist in dieser Position auch einfacher, „in die gleiche Richtung zu blicken“, was bereits wieder eine nonverbal Rapport-fördernde Massnahme ist.

Übrigens geht diese Positionierung ebenfalls im Stehen: stehen Sie neben anstelle vor ihrem Partner. Oder gehen Sie bei Gelegenheit mit der Person spazieren. Auch dies unterstützt Sie und Ihren Gesprächspartner dabei, sich in einem schwierigeren Gespräch wohler zu fühlen.

 

 Empfehlungen:

–          setzen Sie sich ihrem Gesprächspartner nie genau gegenüber und versuchen Sie einmal, ungefähr im rechtem Winkel zum Andern ein Gespräch zu führen. Diese Position hat eine öffnende und konstruktive Wirkung und es besteht ein psychologischer Fluchtweg.

–          Vermeiden Sie Glasstische und bevorzugen Sie runde Tische. Bei Glasstischen ist die untere Körperhälfte zu exponiert. Dies kann beklemmend wirken. Ein zum Beispiel runder Holztisch wirkt harmonisierender.

–          Wenn Sie lösungsorientiert und ressourcenfokusiert arbeiten wollen (zum Beispiel in Beratung oder Coaching): Positionieren Sie sich so zu ihrem Gesprächspartner, dass er nach rechts schauen muss, um Sie anzublicken. Der Blick nach rechts fördert Kreativität und Einfallsreichtum. (Augenzugangshinweise aus dem Model des NLP)